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Plan B: Wie Altersarmut meine Idee verändert

Unterwegs mal ein Blümchen für ein paar Euro oder einen heißen Tee vom letzten Kleingeld kaufen, gehört einfach zu Deinem Leben? Zu meinem auch. Irgendwie sage ich mir in Gedanken dann selbst, dass ich dafür ja wohl arbeiten gehe – mein ganzes Leben lang.

Es brach mir das Herz als ich bei einem meiner ersten Altenheimbesuche begriff, dass lebenslanges, fleißiges Arbeiten kein Garant für ein unbeschwertes, leistbares Altern ist.

Bevor mein erster Besuch in einem neuen Altenheim ansteht, unterhalte ich mich mit der sozialen Betreuung über die Gegebenheiten vor Ort. Dabei frage ich auch oft, in welcher finanziellen Lage sich die Bewohner der Einrichtung befinden, damit ich meine Blumenauswahl dementsprechend anpassen kann. Niemals möchte ich, dass jemand vor meinem Bulli steht & traurig ist, weil er sich kein Blümchen leisten kann.

Ich kann mir keine einzige leisten.

Doch wie soll man sich ein Blümchen leisten können, wenn man schon im hausinternen Café keinen Kaffee für 1€ mit seinen Freundinnen trinken kann?

Ganz egal, wie günstig ich einkaufe & wie wenig Marge ich auf meine Blümchen packe – in Altenheimen stehen dem ein oder anderen Bewohner, der ein oder anderen Bewohnerin gerade einmal knapp 40€ pro Monat zur Verfügung – und damit ist jede Blume schlichtweg zu teuer. In einer Einrichtung habe ich jemanden kennengelernt, der mit 19€ im Monat über die Runden kommen muss. Essen, Getränke & auch das Zimmer hat man durch die Bezahlung ans Altenheim, aber was ist mit den Sachen, die das Leben ausmachen? Für die eine ist das der Friseurbesuch, für den anderen ein Ausflug, ein Stück Kuchen, eine neue Bluse oder eben eine frische Blume vom Blumenbulli.

Es erfüllt mich, wenn ich auf einen alten Menschen treffe, der mir seine Geschichte erzählt. Wenn jemand von seinem Leben berichtet, die Höhen und die Tiefen nicht auslässt. Doch Tränen laufen, wenn die Omi freudestrahlend auf den Bulli zustürmt, sich nicht sattsehen kann. Doch anstatt zu zugreifen zu mir kommt & mir sagt: „Was für eine tolle Idee Sie haben. Die Blumen sind so wunderschön. Ich hatte auch einen Garten mit vielen bunten Blumen & am liebsten mochte ich die Dahlien. Ich kann nur leider keine Blumen mitnehmen. Ich kann mir keine einzige leisten.“

Damit Du eine Relation hast: Meistens habe ich in den Altenheimen Blumenstiele dabei, die bei 50ct liegen, bei 80ct und maximal bei 1,80€ für prächtige, riesige Sonnenblumen oder hübsche Rosen. Doch es ist zu teuer. Die Omi war ihr Leben lang arbeiten, um ein tolles Leben leben zu können. Ihr Mann ist vor kurzem verstorben & sie hätte ihm gerne eine Blume auf den Friedhof gebracht. Sie hätte auch gern einen Kaffee mit ihren Freundinnen getrunken oder beim letzten Besuch vom Friseur einfach mal entspannen wollen. Aber es ging nicht, weil sie versuchen muss ihr Leben mit 19€ so farbenfroh wie möglich zu gestalten.

Bitte sagt mir, wie das funktionieren kann? Wie das sein kann?

Eine Dahlie

Natürlich ließ ich sie nicht einfach wieder gehen – ich schenkte ihr ein kleines Sträußchen mit einer Dahlie, die mag sie ja am Liebsten! Eine Dahlie für 1€, die sie sich dank politischer, sozialer Entscheidungen mit 83 Jahren in einem Hamburger Altenheim nicht leisten kann.

Nicht selten grüble ich als 25 Jährige über das Thema Altersvorsorge – doch ich bin mir ganz sicher, dass das betroffene Omis & Opis ebenfalls getan haben. Und dann trifft man als junger Mensch auf Erfahrungen & sieht wie man sich das Leben mit 83 Jahren nicht vorstellt.

Meine Else beschert den Bewohnern Freude, zum Ansehen doch leider nicht für alle zum Mitnehmen. Und das erfüllt mich keineswegs. Vereine entstehen, damit Bewohner mit wenig Kleingeld Unterstützung bekommen. Teilweise werden Blumeneinkäufe am Bulli komplett von Vereinen finanziert, damit sich jeder wohl fühlt, einen Grund zur Freude hat & nicht an seine Sorge, das wenige Geld, denkt. Mit einem Augenzwickern verschenke ich regelmäßig die ein oder andere Blume. Doch das reicht mir nicht!

Ulrike Schacht

Bloomgerie’s Konzept 2.0

Bloomgerie verändert sich. Der soziale Charakter wird stärker denn je & ihr Blumenfreaks könnt helfen.

So schnell wie Blumen gekauft werden, so schnell landen sie in der Tonne. All die wunderschönen Blumen der fast 6.000 gefeierten Hamburger Hochzeiten (2017) lebten für einen Tag. Ja, es mag der wichtigste & größte Tag sein, aber ist nur einer! Schluss mit dieser Verschwendung. Hinter jeder einzelnen Blüte steckt so viel Zeit, Ressource & Mühe. Jede einzelne Blüte sollte ihren großen Auftritt länger haben als 24h.

Buchst Du meinen Blumenbulli für Dein Event mit einem Workshop, dann beinhaltet ein Paketpreis günstiger kalkulierte Blumenpreise, damit Du all deinen Gästen einen Workshop anbieten kannst. Alle Blumen, die übrig bleiben, nehme ich mit & verwandle sie in kleine Vasenarrangements, die mit einer Botschaft Deiner Wahl an ein Altenheim gespendet werden. Das gleiche machen wir gern mit Deiner Hochzeitsdekoration, Deinen Partyblumen oder allem Floralem was wir finden können ☺ Du finanzierst somit nicht nur Dein Blumen-Highlight, sondern auch eine Spende an eine soziale Einrichtung, wenn Blümchen überbleiben.

Damit schenkst Du nicht nur Deinen Blumen ein zweites Leben, sondern auch Menschen einen glücklichen, sorglosen Moment.

Schenk nachhaltige Freude!

Alles Liebe, Anne

 

 

 

Beide Bilder sind von der lieben Ulrike Schacht geschossen worden!

 

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